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05.08.2021

Landrat besichtigt gemeinsam mit Bürgermeister den Rathaus-neubau in Korbach

Spätestens seit der Fertigstellung des Rohbaus ist klar, dass das neue Rathaus eines der Wahrzeichen der Kreis- und Hansestadt Korbach sein wird. Es ist weithin sichtbar und prägt insbesondere mit seinen drei Frontgiebeln das Stadtbild.

Die Architektur fügt sich wesentlich harmonischer als die des Vorgängerbaus aus den siebziger Jahren in das Ensemble der Altstadt ein. Auf Einladung von Bürgermeister Klaus Friedrich besichtigte Landrat Dr. Reinhard Kubat jetzt den Neubau und verschaffte sich einen Eindruck vom aktuellen Stand der Arbeiten.

Besonders beeindruckt hatte den Landrat schon vorab die Tatsache, dass rund 6000 Tonnen recycelter Bauschutt aus dem alten Rathaus wieder in den Neubau integriert werden konnten. Je nach Qualtität des Materials wurde es unter der Bodenplatte, in Wänden und Decken sowie in der Fassade eingesetzt. Der Landrat wünscht sich, dass diese Praxis Schule machen solle. „Es ist ein riesiger Fortschritt, wenn wir künftig nicht nur Glas und Metalle als Recyclingmaterial betrachten, sondern auch den Bauschutt“, freute sich Kubat. Denn gerade das Bauen verbrauche einen großen Teil der uns zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Dieses innovative „Urban Mining“ Konzept für das Rathaus Korbach nutzt jedoch nicht nur den abgebrochenen Rathausanbau als „urbane Mine“ und führt die daraus zurückgewonnenen mineralischen Baustoffe dem Neubau zu. Vielmehr wird das Gebäude auch nachfolgenden Generationen als wertvolle Rohstoffmine dienen können: Aller Materialien werden so gefügt, dass sie bei einem späteren Rückbau oder einer Sanierung sortenrein trennbar sind.

Unter Führung von Bauamtsleiter Stefan Bublak erkundeten Bürgermeister und Landrat die gesamte Baustelle. Als besonders beeindruckend empfanden sie dabei die offene und lichtdurchflutete Bauweise, die zudem optische Verbindungen in die Stadt und das Umland hinein ermöglicht und ganz neue Perspektiven auf die Kilianskirche, die Nikolaikirche sowie das gesamte historische Stadtzentrum eröffnet.

„Das neue Rathaus ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass Ästhetik und Funktionalität sich nicht ausschließen müssen“, fasste Kubat seine Eindrücke zusammen. Er sei sicher, dass hier einerseits ein inspirierendes und motivierendes Arbeitsumfeld für die Bediensteten der Stadtverwaltung entstehe, andererseits sich aber auch die Bürgerinnen und Bürger in diesem Haus heimisch und akzeptiert fühlen würden.

Bürgermeister Klaus Friedrich betonte, dass mit dem Rathausneubau nicht nur städtebauliche Akzente gesetzt worden seien, auch die unbefriedigende bautechnische, energetische und funktionale Situation des Vorgängerbaus werde damit endgültig überwunden. Aus Rückmeldungen sowohl von Vertretern der Kommunalpolitik als auch aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger könne er immer mehr entnehmen, dass der Rathausneubau auch bereits vor seiner Fertigstellung als Mittelpunkt der Stadt angenommen werde.

Friedrich bedankte sich beim Landrat für die gute Kooperation während des gesamten Planungs- und Bauprozesses. „Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis als Genehmigungs- und Denkmalschutzbehörde war angenehm, absolut hilfreich und zielführend“. Ende des Jahres soll das Rathaus bezugsfertig sein, ein genauer Termin für die Einweihung steht noch nicht fest, wird aber rechtzeitig bekannt gegeben. Dann können die Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt ihr neues Forum offiziell in Besitz nehmen.