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Lelbach

Lelbach wird in einer Urkunde im Jahre 980 zum ersten Male als "Lellibechi" genannt. Bei dieser Urkunde handelt es sich um einen Tauschvertrag zwischen Kaiser Otto II. und dem Abt des Reichsstifts Corvey. Der Kaiser erhielt die Marken Meginrichesdorf und Memleben und gab dafür aus dem Reichsbesitz im Ittergau: "lellibechi" (Lelbach), "rehon" (Rhena) und "curbechi" (Korbach) sowie drei andere Ortschaften, die später zu Wüstungen wurden.

Aber laut Geschichte muss Lelbach noch älter sein: Zur Entstehung dieses Reichsbesitzes um Korbach herum kam es nämlich schon gut 200 Jahre vorher, als Karl der Große 772 in das Sachsenland einfiel, um es zu erobern und seinem Reich einzugliedern. In einem 30-jährigen blutigen Krieg unterwarf er die Sachsen und zwang sie zur Annahme des Christentums.

Die Grafen von Schwalenberg werden hier 1113 als Vögte und Schutzherren eingesetzt. Es gelingt ihnen, die Burg Waldeck zu erwerben und bis 1180 eine eigene Herrschaft zu errichten. Seitdem nennen sie sich Grafen von Waldeck. Als solche hatten sie auch in Lelbach Besitz.

In der Zeit des 12. Jahrhunderts beginnt die Erbauung der Lelbacher Kirche. Diese romanische Kirche war dem Heiligen Nikolaus geweiht und gehörte bis 1832 zur Pfarrei St. Nikolai in Korbach. Die Glocke der Lelbacher Kirche, 1298 gegossen, ist eine der ältesten im Kirchenkreis.

Über den Ort selbst gibt es nur wenige Nachrichten. In Korbacher Urkunden wurde Lelbach ab 1380 erwähnt, in den Urkunden des Staatsarchivs Marburg ab 1394. Nach dem Landregister von 1541 hatte Lelbach damals 5 Wohnhäuser, 1620 waren es 14 (ca. 90 Einwohner).

Lelbach war früher nur durch einen Feldweg mit Korbach verbunden. Ähnliche Wege führten über den Rothbusch: der Rhenaer und der Usselner Weg. Erst in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die "Chaussee" von Korbach über Lelbach nach Brilon gebaut. Die Korbacher bepflanzten die Straße mit Ahornbäumen, die Lelbacher mit Apfelbäumen. Ausgebaut wurde auch der Weg nach Lengefeld. Mit dem Bahnbau wurde 1913 begonnen; die Teilstrecke nach Korbach wurde am 01. Juni 1914 eingeweiht, die Strecke bis Brilon-Wald erst 1917 fertiggestellt.

Nach längeren Verhandlungen kam es 1971 zum freiwilligen Anschluss an Korbach. Damit wurde die Verbindung zur nahegelegenen Stadt wieder so eng, wie sie früher schon einmal war.

Aus dem kleinen Dörfchen, das vor 400 Jahren noch nicht einmal aus 10 Wohnhäusern bestand, ist inzwischen ein blühender Ortsteil Korbachs geworden, der sich seine Eigenheiten bewahren konnte. Daran haben die Lelbacher selbst einen entscheidenden Anteil. Sie können stolz auf eine mehr als 1000-jährige Vergangenheit zurückblicken und zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Vor allem aber haben sie sich etwas bewahrt, was schon 1855 am Ende einer Statistik von ihnen gesagt wird: "Die Lelbacher Einwohner zeichnen sich durch einen nüchternen, gesitteten Lebenswandel aus. Man begegnet in Lelbach Wohlhabenheit und heiterem Temperament. Die Bewohner sind fleißig und mit der Zeit fortschreitend."

Möge dieses Urteil für die Gegenwart und für die Zukunft gelten!